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Bericht des Haller Tagblatts vom 27.August 2016; Serie 'DIE BESTEN TROPFEN'


Eine Cuvée von den Schwäbisch Haller Streuobstwiesen

Ralf Strecker kombiniert Aromen von Champagner-Bratbirne, rotem Boskoop und Palmischbirne

 

Von Guido Seyrle.

Ralf Strecker ist vielseitig. Er arbeitet im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb, hat die Ausbildung zum
Edelbrand-Sommelier absolviert und spielt in seiner knapp bemessenen Freizeit Fußball beim SC Bibersfeld.
Dazwischen macht er sich auch Gedanken über die Region und ihre Streuobstwiesen. „Das Streuobst muss
wieder wertiger werden“, beschloss der Sittenhardter. Außerdem läuft das Branntweinmonopol aus,
welches eigentlich auch zur Förderung kleiner Brennanlagen gedacht war.

 

Streuobstwiesen prägen einen wesentlichen Teil der Hohenloher Landschaft. 
Sie sind von großer ökologischer Bedeutung, da sie einen Gegenpol zu intensiv genutzten Flächen bilden
und Lebensraum zahlreicher Pflanzen- und Tierarten sind. Der Schwarzstorch und selbst der äußerst
seltene Uhu sind dort schon gesichtet worden.

Um den Erhalt dieser Streuobstwiesen kümmern sich Hohenloher Bauern wie Ralf Strecker aus Sittenhardt.

Auf den eigenen, im Familienbetrieb bewirtschafteten Wiesen um den Haller Teilort Sittenhardt stehen
seine rund 350 Obstbäume. Traditionell wird aus den Früchten der Streuobstwiesen Most hergestellt.
Aber mit der Produktion von Most ist kaum ein wirtschaftlicher Betrieb der Streuobstwiesen möglich.
Der bäuerliche Familienbetrieb setzt daher schon seit Generationen auf die Produktion von hochwertigen
Destillaten und Likören.

 

Der 25-jährige Ralf Strecker möchte diese Familientradition weiterführen und neue Kreationen entwickeln.
Vor kurzem wurde er der erste Edelbrand-Sommelier in Hohenlohe. Seine Ausbildung und die Prüfung
hat er letztes Jahr am ”Institut für Lebensmitteltechnologie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf“
abgeschlossen. Neben seiner Arbeit auf dem Hof arbeitet er auch als Prüfer bei Prämierungen von
Edelbränden. In Heilbronn lässt er sich derzeit zum Brenner ausbilden.

 

Seine Edelstreuobst-Cuvée soll der Einstieg in überregional prämierte Edelbrände werden.
Bei diesen werden alle Produktionsschritte optimiert und jede Kleinigkeit zählt, um mit dem Destillat
überregional Erfolg zu haben.

 

Zunächst werden die handverlesenen Früchte sortenrein destilliert. Eine sorgfältige Abgrenzung 
zwischen Vor-, Mittel- und Nachlauf der schnell und langsamflüchtigen Alkohole und deren Aromen
macht den Unterschied zwischen einem gewöhnlichen und einem erstklassigen Brand. „Der Unterschied
zwischen Vor- und Mittellauf entscheidet über die Frische und Aromaintensität für die Nase, das
Abtrennen zwischen Mittel und Nachlauf erzeugt den vollmundigen Abgang am Gaumen“
erklärt Ralf Strecker.

Anschließend kombiniert Ralf Strecker diese sortenreinen Destillate zu einem charakterstarken Cuvée,
bei dem sich die einzelnen Aromen harmonisch ergänzen:

 

Die Champagner Bratbirne zeigt ein intensives Birnenaroma in der Nase, dazu kommen feine
Gewürznoten von Anis und Zimt mit Anklängen von Holunderblüten; der Rote Boskop bringt fruchtige
Frische mit etwas Zitrus und frisch geriebenem Apfel in das Destillat, am Gaumen leicht herb
mit zarter Bitternote.

Den Kontrast dazu bildet die Palmischbirne, die mit ihrem intensiv nussigen Aroma die würzige
dörrobstartige Komponente darstellt. Am Gaumen zeigt sich die Cuvée fruchtig rund mit leichten Tanninen.
Diese entstammen den Stielen und den Kernhäusern der verwendeten Früchte.

0,25 Liter kosten 13,99 € .




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